In dem langen Verlauf immer neuer KI-Trends liegt mittlerweile das Vibe Coding voll im Trend. Auch ohne große Programmierfähigkeiten ermöglicht es, Apps oder Webseiten quasi nur „nach Gedanken“ zu erstellen. Neben den klassischen KI-Plattformen wie Gemini ermöglicht aber jetzt auch die Plattform Canva, sich als Programmierer zu versuchen. Ich habe mich dort einmal an der neuen Funktion versucht und damit einen Stilmittel-Trainer auf Latein/Deutsch erstellt, welchen ihr hier auch spielen könnt. Meinen Weg dahin zeige ich euch in diesem Blogeintrag einmal.
Vibe Coding bei Canva
Erst einmal eine kurze Anleitung, wie man zu der neuen Funktion kommt. Dazu müsst ihr links in eurem Menü einfach auf den „Canva AI“-Reiter gehen, welcher sich bei mir in deinem „Mehr“-Menü findet.

Dort reicht ein einfacher Klick auf jenes Menü. Danach werdet ihr direkt gefragt, was ihr denn heute designen wollt. Wir wollen wie gesagt das Vibe Coding starten und klicken dazu auf das Feld „Code“ unterhalb des Suchmenüs.

Nach dem Klick auf „Code“ können wir auch direkt starten und mit dem Vibe Coding beginnen.
Meine Erfahrungen
Wie gesagt war mein Gedanke, einen Stilmitteltrainer für meinen Latein-Oberstufenkurs zu entwickeln. Grundgedanke war die häufigsten Stilmittel in einer Art Multiple-Choice-Quiz abzufragen inklusive einer Erklärung, warum das Stilmittel hier vorliegt bzw. was seine Funktion ist. Mein erster Prompt sah dabei so aus:

Zu Beginn ging es mir vor allem darum, die Funktion erst einmal kennenzulernen. Daher fehlt hier z.B. noch der Absatz mit dem Feedback. Canva machte sich mit diesem Prompt also ans Werk und bastelte mir meinen Wunsch.

Das erste Ergebnis konnte sich auch direkt sehen lassen. Es kam eine Website mit Beispielen und immer vier Antwortmöglichkeiten. Nach und nach konnte ich mich so durch verschiedene Stilmittel klicken. Ein großes Problem wurde aber direkt deutlich: Alle Beispiele waren auf Deutsch, Latein kam an keiner Stelle vor. Für einen Latein-Trainer natürlich unpraktisch. Insofern kam die Anweisung, die Beispiele auf Latein zu formulieren. Die KI machte sich ans Werk und schnell entstand Version 2, welche nun lateinische Beispiele hatte. Damit entstand jedoch ein anderes Problem: Das Beispiel „Ich kam, ich sah, ich siegte“ ist auf Deutsch ein Trikolon, aber keine Alliteration. Wenn man nun das bekannte „Veni, vidi, vici“ nimmt, bleibt das Trikolon, aber es ist nun auch eine Alliteration. Canva hat dies aber nicht übernommen und die Alliteration als falsche Antwort angesehen.
Dies war nur ein Beispiel für inhaltliche Fehler, insgesamt musste ich ein paar mal via Prompting solche Fehler beheben. 20 Versionen später hatte ich dann eine „korrekte“ Version, in welcher alle Stilmittel auch den gegebenen Antworten entsprachen. Jetzt ging es an die Details: nach und nach wurde das „Erklären“ der Antwort und der Funktion des Stilmittels, ein Punkteranking und eine Sprachauswahl (Deutsch/Latein) eingebaut. Dies dauerte jedoch etwas, da es immer irgendwelche Fehler gab, auf welche man Canva dann auch hinweisen musste. Das Einbauen eines „Zurück zum Start“-Buttons hat quasi das Programm so zerstört, dass ich mehrfach auf Reparatur beharren musste.

Am Ende hatte ich dann aber genau das, was ich haben wollte: Einen Stilmittel-Trainer, mit welchem man sowohl auf Latein als auch auf Deutsch verschiedene Stilmittel üben kann und zusätzlich eine Erklärung bekommt. Insgesamt sind 16 Stilmittel einprogrammiert und das Programm ist so aufgebaut, dass (hoffentlich) problemlos weitere eingespeist werden können. Als ich zufrieden war, konnte das Programm dann relativ unkompliziert veröffentlicht werden. Die finale Version findet ihr unter dem folgenden Link, ihr könnt (ohne Account) direkt losspielen.
Fazit
Grundsätzlich hat das Vibe Coding mit Canva gut funktioniert. Am Ende hatte ich das, was ich haben wollte und es funktioniert super zum Üben der verschiedenen Stilmittel. Allerdings war der Weg dahin doch etwas holprig, bei einigen Schritten brauchte es mehrere Aufforderungen, ein bestehendes Problem zu lösen und einmal dachte ich wirklich, dass die App kaputt wäre. Auch ist es etwas blöd, dass Canva nur mit der aktuellsten Version arbeiten kann. So kann man sich alte Versionen zwar anschauen, aber der KI nicht sagen, dass sie auf Basis dieser alten KI weiterarbeiten soll. Das Veröffentlichen am Ende ist unkompliziert und ermöglicht ein schnelles Teilen (z.B. mit einer Lerngruppe). Insofern würde ich allen empfehlen, sich mit Canva einmal am Vibe Coding zu probieren. 👍
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