EscapeGame ohne Coden erstellen (1)

Vibe Coding – ein Escape-Game ohne Programmierkenntnisse erstellen

Als ich vor einiger Zeit zum ersten Mal über Vibe Coding gelesen habe, war ich überrascht, was doch alles mithilfe von Künstlicher Intelligenz möglich ist. Und ihr werdet sicherlich nicht überrascht sein: Ich musste Vibe Coding natürlich auch einmal selbst ausprobieren.

Aber was ist überhaupt Vibe Coding? Kurz gesagt versteht man unter dem Begriff das Erstellen von Tools, Spielen etc., für die in der Regel komplexes Wissen über das Programmieren notwendig ist – nur mit KI und mithilfe der eigenen Vorstellungskraft.

Meine Vorstellungskraft beinhaltete also ein digitales Escape-Game zu Cicero als Einführung in den Lateinunterricht der 10. Klasse zu Beginn des neuen Schuljahres und als Einstieg in Cicero als Autor. Dieser wird uns dann die nächsten Wochen im Unterricht begleiten.

Das Game (hier testen)

Das Spiel setzt an Ciceros Lebensende an. Die Schülerinnen und Schüler werden von Cicero angerufen und sollen ihm bei der Flucht vor den Proskriptionslisten helfen, um so sein Leben zu retten. Hierfür müssen sie einige Rätsel rund um das Leben des Autors lösen, um ihn vor dem sicheren Tod zu bewahren. Dies ist der Aufhänger des Spiels, bei dem die Klasse neben dem Lösen von Rätseln natürlich auch den Mördern Ciceros entkommen muss.

Einblicke in das EscapeGame

Das Coding

Umgesetzt habe ich das Ganze mit Claude, wobei dies vermutlich mit ChatGPT genauso gut funktionieren würde. Mit beiden Tools habe ich in diesem Bereich gute Erfahrungen mit Vibe Coding gemacht. Hier habe ich dem Chatbot zunächst beschrieben, was ich mir als Spiel vorstelle, und die ersten Entwürfe anschließend immer weiter verbessert, bis für mich eine im Unterricht einsetzbare Version des Spiels herauskam.

Einblicke in das Coden mit Claude

Dabei musste ich tatsächlich kein einziges Wort Code schreiben, sondern konnte mich ganz und gar von meiner Vorstellungskraft leiten lassen. Das fertige Game habe ich anschließend als HTML-Datei den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung gestellt, um den Server von Claude und damit verbundene Datenschutzprobleme zu umgehen.

Einsatz im Unterricht

Wie eingangs schon gesagt, sollte das Spiel eigentlich den Einstieg in der ersten Stunde nach den Ferien darstellen. Allerdings lief der Plan dann etwas anders als ursprünglich gedacht. Wir haben in diesem Schuljahr mit Plinius angefangen und da die Datei zu Plinius nicht funktioniert hat, haben wir kurzerhand das Cicero-Spiel getestet. Für den Unterricht liegen beide Spiele auf datenschutzfreundlichen Seiten vor.

Die Klasse war tatsächlich deutlich begeisterter, als ich erwartet hatte. Da das Spiel grafisch sehr einfach und eher schlicht gehalten ist, hatte ich hier schon so meine Bedenken. Gerade im Vergleich zu anderen Spielen, die heutzutage grafisch deutlich mehr können, war ich mir nicht sicher, wie gut das bei meinen Schülerinnen und Schülern ankommen würde.

Umso überraschter war ich dann, wie viel Spaß die Klasse mit dem Spiel hatte. Gerade meine etwas leistungsschwächeren Jungs waren als Erste mit den Aufgaben fertig und haben richtig mit dem Spiel mitgefiebert. Aber auch die anderen Schülerinnen und Schüler hatten sichtlich Spaß. Besonders die kleinen Männchen, die sie während des Spiels verfolgt haben, kamen bei der Klasse richtig gut an.

Fazit

Zum Abschluss muss ich allerdings auch sagen, dass der Aufwand für die Erstellung des Spiels relativ hoch war. Mit Genially wäre ich vermutlich deutlich schneller zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Trotzdem fand ich es spannend, einmal auszuprobieren, was mit Vibe Coding tatsächlich möglich ist.


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