Zum Ende des Schuljahres lässt sich in den meisten Klassen ein bereits aus den vergangenen Jahren bekanntes Schema erkennen: Die Motivation vor den Sommerferien schwindet zunehmend.
Da wir in diesem Schuljahr die letzten Leistungserhebungen im Fach Latein bereits sehr früh geschrieben hatten, lagen noch knapp sechs Wochen bis zu den Sommerferien vor uns. Entsprechend stellte sich die Frage, wie sich die Motivation der einzelnen Klassen in dieser Zeit möglichst hochhalten lässt.Aus diesem Grund kam mir die Idee eines Stickeralbums für den Lateinunterricht. Meine 6. Klasse sollte in den letzten Schulwochen die Möglichkeit erhalten, insgesamt 24 Sticker zu sammeln, um am Ende einen Gutschein zu erhalten.
Die Sticker konnten dabei auf ganz unterschiedliche Weise verdient werden: durch verschiedene Einzel- und Gruppenchallenges, aber auch durch Lernstanderhebungen. Wie das Stickeralbum aufgebaut war, welche Challenges die Schülerinnen und Schüler absolvieren mussten und welche Erfahrungen ich mit dieser Idee gemacht habe, möchte ich euch in diesem Blogpost einmal näher vorstellen.
Der Aufbau des Albums
Das Album besteht, wie bereits gesagt, aus 24 verschiedenen Stickern zu Göttern und wichtigen Persönlichkeiten des antiken Roms. Insgesamt gibt es drei Seiten zum Einkleben der Sticker sowie eine Titelseite.
Die vier Seiten habe ich anschließend auf ein DIN-A3-Blatt mit Vorder- und Rückseite kopiert, sodass sich daraus gefaltet ein kleines Heftchen zum Aufklappen ergab. Die Sticker habe ich direkt auf Etikettenpapier gedruckt, sodass sie von den Schülerinnen und Schülern einfach in das Album eingeklebt werden konnten.
Da es insgesamt drei verschiedene Kategorien von Stickern gab, habe ich die Sticker mit einem Stern etwas häufiger gedruckt als die höherwertigen Sticker. Dadurch waren die einzelnen Kategorien unterschiedlich häufig zu finden und nicht alle Sticker gleich leicht zu bekommen.
Die Challenges
Um Sticker für das eigene Album gewinnen zu können, gab es im Unterricht verschiedene Möglichkeiten. Zum einen habe ich Challenges in Gruppen veranstaltet, zum anderen gab es Einzelchallenges.
Zum Beispiel haben wir Tafelfußball gespielt, bei dem ich die Klasse in zwei Gruppen eingeteilt habe und die Gewinnergruppe einen Sticker gewinnen konnte. Hier war es mir vor allem wichtig, dass die Kinder innerhalb der Gruppe ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln und gleichzeitig auch die schwächeren Schülerinnen und Schüler eine Chance haben, einen Sticker zu gewinnen.
Neben den Gruppenchallenges gab es auch verschiedene Einzelchallenges. Dazu gehörte zum Beispiel, bei Wordwall unter die fünf Besten zu kommen oder bei Brian ein bestimmtes Niveau zu erreichen. Wobei man an dieser Stelle sagen muss, dass man sich bei Brian auch Schritt für Schritt hocharbeiten kann und somit auch hier jeder eine faire Chance hat, einen Sticker zu gewinnen.
Reaktion der Klasse
Die Reaktion der Klasse auf die Stickeraktion war durchaus positiv. Selbst Kinder, die sich bisher nicht so sehr für Latein begeistert haben, waren von der Aktion angetan und haben fleißig Sticker gesammelt. Es kamen zudem sehr schnell Fragen nach Special-Stickern und danach, ob wir das Album im nächsten Schuljahr weiterführen werden, sofern ich die Klasse wieder haben werde.
Das Album haben wir am Ende leider nicht ganz vollbekommen. Zum einen war ich gegen Ende noch einmal krank, zum anderen sind durch andere Aktivitäten, ausgefallene Stunden und Hitzefrei einige Unterrichtsstunden weggefallen.
Fazit
Mir hat die Aktion richtig viel Spaß gemacht. Gerade bei den verschiedenen Challenges konnte ich die Klasse noch einmal von einer ganz anderen Seite erleben und habe dabei auch Schülerinnen und Schüler erlebt, die sonst im normalen Unterricht eher zurückhaltend sind.
Ich werde die Stickeraktion deshalb definitiv weiterführen und wahrscheinlich auch mit einer anderen Klasse wiederholen. Für mich war sie eine schöne Möglichkeit, gerade in den letzten Wochen vor den Sommerferien noch einmal für zusätzliche Motivation und Abwechslung im Lateinunterricht zu sorgen.
Zu den Stickern
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